Was sind Autoflowering Samen?
Autoflowering Samen enthalten Genetik, die unabhängig von kürzer werdenden Tagen oder einer Umstellung der Beleuchtung in die Blüte übergeht. Indoor kann deshalb ein gleichbleibender Lichtplan verwendet werden. Outdoor müssen die Pflanzen nicht bis zum Spätsommer warten, bevor die Blüte beginnt.
Die fehlende Lichtumstellung kann die zeitliche Planung vereinfachen. Autoflower sind deshalb aber nicht automatisch pflegeleicht. Ihr kürzerer Lebenszyklus lässt weniger Zeit, um einen langsamen Start oder andere Wachstumsprobleme später auszugleichen.
Bei vielen Sorten wird ein Gesamtzyklus von ungefähr acht bis zehn Wochen angegeben. Einzelne Genetiken benötigen jedoch länger. Temperatur, Licht, Topfgröße und der allgemeine Entwicklungsverlauf können den tatsächlichen Erntezeitpunkt zusätzlich verschieben.
Worauf sollte man bei Autoflower-Samen achten?
Die Bezeichnung Autoflower sagt noch nicht, wie groß eine Pflanze wird oder wie schnell sie tatsächlich fertig ist. Manche Sorten bleiben niedrig und kompakt, andere können auch im automatischen Format deutlich mehr Platz beanspruchen.
Für die Auswahl sind vor allem folgende Angaben hilfreich:
- Zeit von der Keimung bis zur Ernte
- Erwartete Pflanzenhöhe und Wuchsbreite
- Indoor- oder Outdoor-Eignung
- THC- und CBD-Gehalt
- Ertragsangaben unter den jeweiligen Bedingungen
- Aroma, Wirkung und genetische Herkunft
Diese Werte sollten zusammen betrachtet werden. Eine besonders schnelle Sorte ist wenig hilfreich, wenn sie für den vorhandenen Raum zu groß wird. Umgekehrt kann eine kompakte Pflanze unpassend sein, wenn ihre Entwicklungszeit nicht zur geplanten Outdoor-Saison passt.
Autoflower oder photoperiodische Samen?
| Merkmal | Autoflowering Samen | Photoperiodische Samen |
|---|---|---|
| Blütebeginn | Altersabhängig | Abhängig von Tageslänge oder Lichtzyklus |
| Wachstumsphase | Zeitlich weitgehend vorgegeben | Indoor länger steuerbar |
| Entwicklungsdauer | Bei vielen Sorten vergleichsweise kurz | Je nach Sorte meist länger |
| Pflanzenhöhe | Häufig kompakter, aber nicht immer klein | Stark abhängig von Genetik und Wachstumsdauer |
| Lichtumstellung indoor | Nicht erforderlich | Für den Blütebeginn erforderlich |
| Kontrolle über die Wachstumsdauer | Begrenzt | Größer |
Autoflower eignen sich vor allem dann, wenn ein kompakter Zeitrahmen oder ein gleichbleibender Lichtplan wichtig ist. Photoperiodische Sorten bieten dagegen mehr Kontrolle darüber, wie lange die Pflanze in der Wachstumsphase bleibt.
Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser. Entscheidend sind der verfügbare Platz, die gewünschte Entwicklungsdauer und die Bedingungen am jeweiligen Standort.
Autoflower-Samen für Indoor und Balkon
In kleinen Indoor-Bereichen sind Endhöhe und Wuchsbreite wichtiger als die Bezeichnung Autoflower allein. Auch automatisch blühende Pflanzen können unter guten Bedingungen größer werden als erwartet. Neben der Topfhöhe müssen außerdem Lampenabstand und Platz für die Beleuchtung berücksichtigt werden.
Auf einem Balkon spielen Sonnenstunden, Wind und Schutz vor längeren Regenphasen eine Rolle. Kompaktere Sorten lassen sich dort meist leichter unterbringen, doch nicht jede Autoflower eignet sich automatisch für einen kleinen oder wenig sonnigen Standort.
Der kurze Lebenszyklus kann bei begrenztem Platz praktisch sein. Gleichzeitig sollte die Pflanze von Anfang an möglichst stabile Bedingungen haben, da für eine längere Erholungsphase wenig Zeit bleibt.
Outdoor-Anbau in Deutschland
Autoflowering Sorten können für den Outdoor-Anbau in Deutschland interessant sein, weil sie nicht auf kürzer werdende Tage im Spätsommer warten. Dadurch lässt sich ein größerer Teil der Entwicklung in die wärmeren Monate legen.
Ein früher Start ist trotzdem nicht immer sinnvoll. Junge Pflanzen sollten erst dauerhaft draußen stehen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und die Temperaturen ausreichend stabil sind.
Je nach Region, Startzeitpunkt und Entwicklungsdauer können mehrere zeitversetzte Durchgänge möglich sein. Das sollte jedoch nicht als feste Regel verstanden werden. Ein kühler Frühling oder eine Sorte mit längerem Zyklus kann die Planung deutlich verändern.